Übersichtskarte

20. und letzter Tag, 23. September 2013

Dienstag, 24.09.2013

 ....06:30 Uhr, irgendwie fast genau so als wenn man arbeiten müsste J Aber wir haben eigentlich immer ausgeschlafen, weil wir ja früh im Bett waren.

Heute früh ist es nicht so kalt wie gestern, auch der Frühstücksraum ist sogar ohne Kaminfeuer zu ertragen. Das Frühstück schmeckt so gleich doppelt so gut, natürlich wie jeden Tag das gleiche Ritual „scrambled eggs and bacon“. Wir hauen noch mal ordentlich rein, weil es morgen wahrscheinlich gar kein Frühstück gibt wegen dieses blöden, frühen Air Namibia Fluges 08:10 Uhr ex Windhoek. Leider ging es nicht anders zu buchen, aber wir werden es überstehen.

Die 260 Km Asphaltpiste reißen wir fast in einem Zug herunter ... so gute Straßen sind wir nicht mehr gewohnt ... selbst der Verkehr wird jetzt in Annäherung an die Hauptstadt dicker. Beim Überholen von LKW’s muss man schon schauen ob keiner von vorn kommt. Um 12:30 Uhr sind wir in der letzten Lodge, der „Immanuel Wilderness Lodge“, angekommen. Diese wurde vor ca. sechs Jahren von einer deutschen Familie übernommen wurde. Mittlerweile ist es trotz der Höhe von über 1400 m richtig warm geworden ... also entscheiden wir uns nach dem Auspacken erst mal an den Pool zu gehen. Die Außenanlegen, die Lobby und die Appartements der Lodge sind sehr gepflegt und man kann deutlich den deutschen Einfluss erkennen. Alles ist zwar afrikanisch eingerichtet und ausgestattet, aber die deutsche Gemütlichkeit ist sehr zu spüren. Hier laufen ganz viele Haustiere herum ... auch nicht nur afrikanische! Fünf Hunde, fünf Katzen, zwei gute deutsche Stockenten, Landschildkröten mit Baby’s und drei Strauße, abgesehen von den Antilopen die ständig durch den weitläufigen Garten spazieren!!

  

Nach dem sich Thomas dann in dem wieder sehr kalten Pool erfrischt hat ... ich habe nur meine Füße reingehalten und diese erstarrten sofort!

Danach haben wir uns noch ein wenig Windhoek angesehen. Um 19:30 Uhr waren wir dann pünktlich zum letzten Abendessen in diesem Urlaub im Restaurant der Lodge. Plötzlich wurde Thomas von einem anderen Gast mit Namen angesprochen ... es war ein Ehepaar von ehemaligen Freunden von Martina und Thomas! So klein ist die Welt!! Nach dem sehr leckeren Menü, der Chef kocht persönlich, haben wir dem Ehepaar, die ihre Reise jetzt erst starten, noch Tipps gegeben.  ... noch ein paar Sachen gepackt und um 0:25 Uhr ging das Licht aus! Ohweia! Nur noch knapp vier Stunden Schlaf, dann klingelt der Wecker wieder!

Fazit der Reise: 

„Namibia lässt einen nicht mehr los“. Diese Aussage können wir so nicht ganz bestätigen! Trotz der vielen, besonderen Eindrücke finden wir, es gibt noch unendlich andere schöne Flecken auf der Erde, die wir bisher noch nicht gesehen haben. Aber diese ursprüngliche und urtümliche Landschaft, die Einsamkeit und fast ohrenbetäubende Stille und das einzigartige Licht machen eine Reise nach Namibia trotzdem unvergleichlich. Es ist ein Reiseziel mit Kontrasten, einer faszinierenden Tierwelt und einer einzigartigen Mischung aus afrikanischen und europäischen Einflüssen. Spannend, fremdartig und vertraut zugleich. Diese besondere Atmosphäre und die ergreifende Landschaft Namibias erschließt sich am besten, wenn man auf dieser Reise eines mitbringt: Zeit! Wenn man sich an die namibische Uhr anpasst und die Schnelligkeit des Alltags hinter sich lässt, kommt man in den vollen Genuss dieses magischen Fleckchens Erde. „Hektik“ ist hier ein Fremdwort ... als Deutscher kann man das bei den tausenden von Kilometern namibischer Straßen besonders gut erfahren! 

Es war ein traumhafter Urlaub! 

„Es ist gut, wenn uns die verrinnende Zeit nicht als etwas erscheint, das uns verbraucht oder zerstört, sondern als etwas, das uns vollendet.“
Antoine de Saint Exupéry

19. Tag: 22. September 2013

Sonntag, 22.09.2013

... 06:45 Wecker klingelt! Es ist extrem windig, bewölkt und kalt draußen ... wieder Zwiebellook! Eigentlich haben wir eine kleine Wanderung in der Waterberg-Region geplant. Nach dem Frühstück haben wir uns aber entschieden, zum Cheetah (Geparden) Conservation Fund zu fahren, d. h. wieder fahren ... pro Strecke 80 km. Diese international operierende Organisation, die sich fast ausschließlich aus Spendengeldern finanziert, hat sich dem Schutz der bedrohten Geparden verschrieben. In Namibia leben etwa 3.000 von weltweit 15.000 Geparden. Sie sind nur zu einem Bruchteil durch die Naturparks geschützt, weil 95 % im Farmgebiet vorkommen. Viele Farmer greifen aus Sorge um ihr Vieh zum Gewehr. Der CCF nimmt auf seinem 30.000 ha großen Areal durch Abschuss bedrohte Tiere oder verwaiste Junge auf. Im Vordergrund steht jedoch die Erforschung von Verhalten und Lebensraum der Raubkatze, mit dem Ziel, Strategien zu entwickeln, die zum Erhalt des bedrohten Tieres beizutragen. Um 12:00 Uhr war Fütterung der Tiere, die zu dem Zweck in verschiedene Käfige gebracht werden. Vorher wird von einer Mitarbeiterin eine Schüssel mit einem Stück Fleisch in die Käfige gestellt. Die Tiere werden täglich und sechs Tage in der Woche mit einem ca. 2 kg schweren Stück Pferde- oder Eselfleisch gefüttert. In der Natur fressen die Tiere mal ein paar Tage gar nichts oder viel mehr. Da diese Tiere nie wieder in die freie Wildbahn zurück gehen, soll hier eine kontrollierte Regelmäßigkeit stattfinden. Es war sehr interessant, zu beobachten, wenn die Gatter aufgehen und die Tiere in einem wahnsinnigen Tempo zu einer Schüssel laufen und sich regelrecht über das Fleisch hermachen. Zur Stärkung und Reinigung der Zähne wird Fleisch mit am Knochen verfüttert, z. B. Rippchen. Da die Tiere in der Natur auch Pflanzenteile fressen, wird das Fleisch mit den entsprechenden Vitaminen und Mineralien in Form von Pulver versehen.

Abschließend haben wir uns für eine zweistündige Fahrt über das Freigelände entschlossen. Ein junger Mitarbeiter fuhr mit uns in einem offenen Jeep und hat uns alles über die Geparden, Haltung usw. erklärt. Wir hatten Glück und waren nur zu zweit! Die Tiere können sich auf einem sehr großen naturbelassenen Areal frei bewegen. Alle Tiere lagen verstreut unter Bäumen und unsere Anwesenheit interessierte sie überhaupt nicht. Teilweise kamen wir bis auf drei Meter an die Tiere heran.

    

Den Game-Drive auf der Suche nach den Nashörnern haben wir abgesagt und lieber des Rest des Nachmittags in der Sonne auf der Liege am Pool mit lesen verbracht ... ja, ihr habt richtig gelesen: es hat sich im Laufe des Tages so aufgewärmt, dass wir die letzten Sonnenstrahlen genießen konnten.

18. Tag: 21. September 2013

Samstag, 21.09.2013

     ... 06:30 Uhr aufgestanden, wieder einmal liegt ein „Fahrtag“ vor uns. Leider können wir diese wundervolle Lodge keinen weiteren Tag genießen ... wie gern hätten wir hier ein, zwei oder vielleicht drei Nächte länger verbracht! Aber das ist das Problem eines jeden Urlaubes dieser Sorte, immer hat man Highlights und Tiefpunkte und wenn man wiederholen könnte, würde man so einiges anders machen. Aber auch das macht ja durchaus einen erlebnis-reichen Urlaub aus.

Wir Frühstücken bei bestem Sonnenschein, allerdings noch etwas geringerer Temperatur (Fleece war angesagt) auf der Terrasse mit Blick in die afrikanische Landschaft, ja so haben wir uns dieses Land immer vorgestellt. Heute haben wir bis auf die Zufahrt zur Frans Indongo Lodge nur Asphaltstraße vor uns, eine leichte Übung. So wird auch die Fahrt völlig entspannt ... klönen die ganze Fahrt und genießen wieder die sich ständig wechselnden Ansichten. Den ersten Halt haben wir in dem Ort Tsumeb (heißt: Platz des grünen Frosches) geplant, wegen der vielen Grünanlagen wird der Ort auch Gartenstadt genannt. Ein Reiseführer sagt, der kleine Ort wäre von vielen Weißen, die hier leben, geprägt. Wir machen allerdings die genau gegenteilige Beobachtung. Auf einem Parkplatz eines recht großen Supermarktes halten wir unter einem Mopane Baum im Schatten unseren 4x4 an. Schon hier nur Farbige, weit und breit kein einziger Weißer zu sehen, außer einem dicken Mann, der auf der Kofferraumkante seines Kleinwagen sitzt und man förmlich die Federn ächzen hört. Liane ist dann hinein in den Laden, um uns ein paar Snacks zu holen und nochmals das Glück am Geldautomaten zu versuchen. Ich bleibe vorschriftsmäßig (vollbepacktes Auto lässt man hier nicht eine Minute allein) im Auto sitzen und beobachte das Treiben auf dem Parkplatz. Eigentlich ähnlich wie bei uns, aber irgendwie ist das doch unheimlich – drei junge Männer, die gegenüber angelehnt an einen schwarzen Pick-Up palavern, schauen immer wieder zu meinem Auto und reden eindeutig über mich. Endlich ist Liane zurück, schnell ins Auto gehopst und ab die Post. Die naheliegende Tankstelle war uns nun auch suspekt, also sind wir mal durch den Ort gefahren und haben eine andere gesucht. Nach einer Fahrt durch einige Wohngegenden haben wir dann am Ortsausgang eine sehr geschäftige Tanke gefunden und haben unseren Pick-Up vollgetankt, um den Weg zur Lodge fortzusetzen.

Viele Tiere haben wir heute nicht gesehen, die Asphaltpiste B1 ist rechts und links sehr weit gerodet und dahinter sind direkt hohe Zäune. Wir vermuten eine Maßnahme um Wildunfällen vorzubeugen. Auch ist hier deutlich zu merken, dass die Natur schon etwas weiter ist. Einige Bäume blühen schon im Vergleich zu den anderen Gegenden. Es ist komisch für uns ... Frühlingsgefühle und ab Mittwoch Herbstgefühle in Deutschland.

Um 14:30 Uhr Ankunft in der Frans Indongo Lodge ... ein netter Empfang und wir werden mit einem kleinen Begrüßungsdrink auf die Sonnenterrasse geführt. Von hier hat man einen wunderschönen Blick in die Weite und auf das Lodge-eigene Wasserloch, an dem sich verschiedene Antilopen und Gnus aufhalten. Wir erfahren, dass es hier auch weiße und schwarze Nashörner gibt und die verschiedenen Antilopen, die am Hauswasserloch stehen, aus anderen afrikanischen Ländern eingeführt wurden. Die Tiere sind vom Aussterben bedroht und die Lodge hat sich dem Erhalt der Tiere verschrieben. Für morgen früh haben wir uns eine kleine Wanderung am Waterberg vorgenommen. Um 17:00 Uhr fahren wir dann mit einem Guide auf Nashornsuche! 

17. Tag: 20. September 2013

Samstag, 21.09.2013

... Heute super gut geschlafen, die Nacht war richtig kalt und beim Aufwachen hatten wir das Gefühl Eiszapfen an der Nase zu haben. Der erste Weg zum Wasserhahn ... immer noch kein Strahl  -  O.K. wir hatten es schon fast vermutet ... also Zähneputzen mit 5 l-Kanister Wasser von SPAR, schmeckte sowieso nicht so gut. Katzenwäsche mit Kosmetiktüchern und etwas Wasser aus dem Kanister und schon fühlt man sich wie neugeboren. Gott sei Dank müssen wir ja nicht aus dem Auto aussteigen, sonst würden die Tiere flüchten vor dem Geruch! Jetzt schnell gepackt und nichts wie weg hier, wir freuen uns nach dem recht anständigen Frühstück auf die vielen Tiere im Etosha-Park. Das Wetter ist perfekt, nicht so heiß, ein wenig bewölkt und immer wieder viel Sonne zum

Fotografieren. Wir starten unsere heutige Pirschfahrt wieder am Anderson Gate, müssen aber zum Abend den Park komplett durchfahren haben, um im Osten am von Lindequist Gate wieder auszuchecken. Aber wir haben Zeit und die nehmen wir uns auch. Das erste Wasserloch ist komplett leergefegt, hier waren wir gestern schon und hatten sehr viele Tiere gesehen. Aber da kann man mal sehen, es ist völlig egal, wann man an die Wasserlöcher kommt, man muss einfach Glück haben. Also weiter Richtung Namutoni Camp - immer entlang der Etosha Pfanne.

 

Dann endlich am Riedfontein Wasserloch das Highlight des Tages, wenn man mal von den Nashörnern absieht, die wir ja eigentlich heute gesucht haben. Wir stehen am Wasser, wunderschönes Naturwasserloch, aber kaum Aktivität. Ein paar Springböcke wie immer, und einige Vögel die wir noch nicht gesehen hatten. Wir sind so am Träumen und fotografieren und ich drehe schon mal unseren Wagen zum Weiterzufahren um. Da ... zwei Giraffen schlendern in der Ferne auf unser Loch zu. Sieht bei diesen wunderschönen Tieren so absolut relaxed aus. Etwas herangezoomt ... was war das denn? Eine Elefantenherde kommt im Gänsemarsch aus dem Busch und sie schlagen ebenfalls den Weg zum Loch ein. Jetzt mal schnell wieder in Position bringen und Kameras im Anschlag halten. Ich glaube wir haben eine Stunde die Elefanten beobachtet, vom Sammeln der Truppe bis zum Trinken und anschließendem Abmarsch wieder zurück in den Busch. Es war definitiv genau so wie in Walt Disneys Dschungelbuch bei der Parade der Elefanten. Übrigens hören wir gerade wieder den großen Löwen in der Ferne brüllen, komme ich später noch mal drauf zurück – ist echt der Hammertag gewesen heute - .

Dann ging es weiter immer entlang der großen Pfanne. Heute haben wir mal richtig den Blick auf diese „einmalige„ Landschaft werfen können. Es gibt hier einen View-Point und man kann ein Stück mit dem Auto in die Pfanne hineinfahren. Es ist als wenn man am Ufer eines Meeres steht, nur kein Wasser in Sicht sondern Sand, Sand, Sand,...  -  vom Horizont bis zum Horizont nur Sand  -. Am Nachmittag hatten wir dann einen Bereich durchfahren, der von einem verheerenden Buschbrand zeugte. Wie wir abends in der Lodge erfuhren, hat es im vorletzten Jahr im Park massiv gebrannt und viele Tiere sind dabe umgekommen. Trotzdem waren immer wieder Tiere im verkohlten Gras der Steppe zu sehen. Vor uns stehen zwei Autos, wie immer ein Zeichen für eine besondere Beobachtung, kaum angehalten, fahren die aber schon wieder weg. Da sehen wir es ... unser Spitzmaulnashorn ... mitten in der verkohlten, platten Steppe. Die Farbe fast genauso wie der verbrannte Boden um das Spitzmaulnashorn herum. Es guckt uns an, wir fotografieren! Es bewegt sich langsam auf uns zu ... wir kriegen Muffe und fahren langsam weiter.

 

Jetzt wird es auch mit der Zeit enger, denn vor Sonnenuntergangschließt ja das Tor. Also fahren wir zügig weiter, lassen einige Wasserlöcher aus. Unterwegs sehen wir aber noch eine ganze Menge Tiere, auch welche, die wir bisher noch nicht gesehen hatten! Am Meisten sind hier wohl Zebras und Springböcke vertreten ... die tauchen immer wieder in Massen auf und immer wieder neue Fotos, weil es so schön und interessant ist. In der Ferne in der Steppe ein Rentnerpaar Elefanten ... so haben wir uns Afrika vorgestellt. Auch sehen wir immer wieder Giraffen. Beim letzten Wasserloch ... Giraffen! ... ups, was der Giraffenmann denn von der Frau? Schnupper, schnupper ... immer wieder. Er versucht es mal ... sie hat keinen Bock ... weil die Kinder daneben zuschauen? Na ja, wie dem auch sei ... dann dreht er sich um und läuft beleidig weg. Wir fahren los und plötzlich steht ein Dik-dik im Gebüsch ... zart und ganz klein ... schaut zum Glück in die Kamera. Unsere Fotobeute ist heute mehr als genug! So und nun auf zur Lodge „Onguma Bush Camp“. Direkt hinter dem von Lindequist Gate liegt die Einfahrt zu unserem Gate, nach weiteren acht Kilometern haben wir es geschaftt ... um 18:00 Uhr tauchen wir dort auf und was tun wir als erstes? DUSCHEN! Dinner um 19:30 Uhr direkt am beleuchteten Wasserloch der Lodge.  Plötzlich aufgeregte Kellner ... wir hören nur „he is coming“. Vater Löwe hatte Durst und suchte das Wasserloch auf. Das Essen wurde stehen gelassen und alle Gäste liefen los, um den Löwen zu sehen. Dann hatte er genug getrunken und ging wieder in den Busch! Seitdem hören wir den Löwen in Abständen laut brüllen. Man denkt er sitzt vor der Tür! Ist schon ein tolles feeling! ... anders als die Affen im Regenwald!

16. Tag: 19. September 2013

Freitag, 20.09.2013

  06:30 Uhr Weckerklingeln! Zum Glück geht es Tommy wieder so gut, dass wir den Tag zu zweit gestalten können. Die erste Frage: Haben wir Wasser? ... NEIN ... ein kleiner Rest aus dem Wasserhahn zum Zähneputzen, dass war es! Also das Gesicht mit Kosmetiktüchern gewaschen und ungewaschen zum Frühstück. Von der Rezeption keine Neuigkeiten. Also fahren wir ungeduscht in den Etosha-Park.

Da ja in Afrika alles staubig ist, fühlt man sich permanent schmutzig! ... Auf zum Anderson-Gate und dann ... die erste Giraffe. Dann  überquert ein Schakal die Straße und es sind noch ca. 15 km bis Okaukuejo, dem ersten Camp im Park. Dort müssen wir unser Permit entrichten. Okaukuejo ist wie eine kleine Stadt, die eingezäunt ist, ... Unterkünfte verschiedener Kategorien, eine Post, ein kleiner Supermarkt und ein großes Wasserloch, an dem man zu jeder Zeit die Tiere beobachten kann ... schade, dass wir nicht hier wohnen! Neben uns parkt ein Oldtimer aus 1928, bunt beklebt mit Schildern aus der ganzen Welt ... Mann, Frau und vier Kinder! Weltenbummler! – „Spark Your Dream“ -  www.argentinaalaska.com - Angefangen haben die beiden zu zweit, mittlerweile sind sie seit 12 Jahren unterwegs und vier Kinder unterwegs dazugekommen! ... Lebenskünstler!

Nun geht es aber richtig los! Im Park hat man vorgegebene Schotterpisten (mal gut, mal weniger gut) mit Haltepunkte, wo sich Wasserlöcher befinden, an denen die Tiere überwiegend zu finden sind. Es gibt Wasserlöcher die permanent Wasser haben, aber auch natürliche, die nur zur Regenzeit Wasser enthalten. Die Letzteren sind z. Zt. alle ausgetrocknet. An unserem ersten Wasserloch finden wir jede Menge Zebras, Springböcke, ein paar Oryx, Schakale und Vögel ... plötzlich von rechts ... ein Löwenweibchen und eine zweites und ein jüngerer Löwenjunge! Plötzlich erstarren alle anderen Tiere und beobachten die Situation ... uns eingeschlossen! Die Tiere nehmen beim Näherkommen der Löwen langsam immer mehr Abstand und gesellen sich zu ihresgleichen zusammen. Die Löwen haben nun das Wasserloch für sich alleine! Erst als diese abziehen, bewegen sich die anderen Tiere wieder zum Wasserloch. Wir fahren weiter auf der Suche nach Elefanten ... beim Olifantsbad ... keine Elefanten! Auf der weiteren Wegstrecke entdecken wir immer wieder frische Elefantenkötel ... und dann ... sie kreuzen den Weg! ... eins, zwei, drei ... ganz viele ... große und kleine! Sie haben Hunger und nehmen die Bäume fast auseinander! Ein Stückchen weiter und wir sind am Wasserloch „Aus“ ... bestimmt 50 Elefanten oder mehr! Man kann den ganzen Tag nur mit Beobachten zubringen! Fünf Meter hinter uns werden die Bäume und Büsche wieder auseinandergenommen. Am Wasserloch scheinen sich  „Frühlingsgefühle“ breit zu machen ... plötzlich besteigt ein Bulle eine Elefantenkuh ... wir konnten alle Einzelheiten sehr genau mit unserem super Fernglas beobachten und haben nichts verpasst! Hinter uns kamen die Elefanten immer näher Richtung unseres Autos, so dass wir sicherheitshalber den Standort ein wenig geändert haben. Dann ging es weiter auf Nashornsuche! Leider haben wir bis zum Abend keines entdeckt, setzen aber alle Hoffnung auf morgen! Richtig nah, ca. 5 Meter entfernt waren wir noch von Giraffen, Zebras und Springböcken. Zwischen den Büschen haben wir dann aber noch die Rote Kuhantilope, Schwarznasenimpalas und Kudus entdeckt. Auf dem Rückweg kreuzte dann noch mit einigen Zebras ein Streifengnu den Weg. Ein aufregender Tag ging dem Ende zu.

         

Nun wieder die große Frage: Haben wir Wasser? NEIN ... staubig und stinkig gingen wir dann  zum Abendessen ... wer weiß, wann wir wieder duschen können!? ... so lange wir beide uns noch riechen können, ist die Welt aber in Ordnung!

15. Tag: 18. September 2013

Freitag, 20.09.2013

... haben  uns heute Morgen ein wenig Zeit gelassen ... Abreise um 09:30 Uhr.

Das erste Ziel ist Outjo, eine Kleinstadt auf halber Strecke zu unserer nächsten Lodge ... Taleni Etosha Village. Wir fuhren die gesamte Strecke auf einer asphaltierten Straße ... Luxus! Angekommen in Outjo haben wir zuerst getankt, weil nicht in jedem Ort eine Tankstelle ist. Dann haben wir unser Glück wieder am Bankomaten versucht ... wieder kein Geld! ... auf zum Nächsten! ... auch hier kein Geld ... der Security-Mensch davor teilte Tommy mit, dass seit heute früh ein genereller Ausfall der zentralen Bankverbindung besteht. Ich habe die gesamte Zeit im Auto gesessen und das „Stadtleben“ beobachtet. Auf dem Bürgersteig saßen ein paar Himba herum, vor mir stand ein Pritschenwagen mit getrockneten Tierfellen auf der Ladefläche ... darauf stand ein Bierkasten und viele Leute, alles Farbige, liefen geschäftig herum oder chillten an Straßenecken. Tommy hat uns dann noch mit Wasser versorgt und ab ging es Richtung Etosha bzw. Taleni Etosha Village. Unsere Unterkunft liegt ca. 3 km vor dem Eingangstor zum Etoshapark ... um 12:30 Uhr angekommen! Wir bekommen die Unterkunft Nr. 34, das ist die letzte auf dem Gelände. ... das Campen beginnt ... außen ein Kühlschrank, zwei Kochplatten und eine Spüle. Wir gehen drei Stufen hoch und hier befindet unser Bad, alles im Freien aber mit Holzzäunen als Sichtschutz! Vor dem „Freiluftklo“ ist eine Tür, vor der Dusche ein Vorhang. Plötzlich Vogelgeräusche ... die hängen kopfüber unter dem Duschkopf und trinken!

Dann betreten wir unser Zelt ... alles sauber, aber ich entdecke natürlich sofort, dass die Bodenbretter kleine Ritzen haben, durch die „theoretisch“ kleine Käfer krabbeln könnten ... aber da muss ich jetzt durch. Es ist total warm und sehr schwül ... aber es gibt ein Klimagerät im Zelt. Wir sind beide ein wenig müde und Tommy geht es plötzlich nicht so gut ... leichte Übelkeit und dann Durchfall, später Erbrechen dazu ... kommt das von den Malariatabletten, die wir seit gestern nehmen? Ich hatte auf der Fahrt hierher leichte Kopfschmerzen und Anzeichen einer Grippe. Wir packten uns auf unser recht bequemes Bett im Zelt und schliefen ein wenig! ... eine Stunde später aufgewacht. Wir fahren zur Rezeption und ich hole mir einen Kaffee, Tommy nimmt sich einen Tee ... das gibt es ja hier immer rund um die Uhr in den Lodges. Tommy geht es immer schlechter und ich versorge ihn mit Tee, Medikamenten und Traubenzucker. Zwei Stunden später geht es ihm etwas besser, aber ich werde wohl zum Abendessen heute alleine gehen. ... allein essen ist nicht so schön! ... ganz schnell hinein geschlagen und dann schnell wieder zu meinem kranken Schatz! Wir sind dann zum Zelt gefahren (das Zelt liegt ca. 1/2 km von der Rezeption entfernt und mitten in der Pampa!) und ... KEIN Strom, KEIN Wasser! Es war in der Ferne ein Gewitter und dieses hat wohl die zentrale Leitung bis zum Etosha-Park gekappt ... und weil die „open-air“-Badezimmer mit einer stromversorgten Pumpe betrieben werden, gibt es also auch kein Wasser! ... na toll ... und das bei meinem kranken Tommy! „This is Africa!“

Wir legen uns zum Schlafen hin, aber vor Wärme und plötzlich auftretendem Gewitter mit ein wenig Regen und Wind, klappt das nicht. Plötzlich ist der Strom wieder da ... aber nicht in den Steckdosen und an unseren Bettlampen. Also haben wir, wie früher, unsere Taschenlampe an und machen es uns gemütlich im Bett. Draußen wird es immer ungemütlicher, aber irgendwann schlafen wir ein. Tommy hatte Brummkreiselschlafen!! 

14. Tag: 17. September 2013

Mittwoch, 18.09.2013

 ... ihr glaubt es kaum, heute konnten wir ausschlafen ... 06:45 Uhr ... von alleine wach geworden – dazu hatten wir uns gestern vorm Schlafengehen spontan entschieden - keine Sundowner ... nichts, rein gar nichts - nur Urlaub, vielleicht ein kleiner Ausflug zu Fuß zur Vingerklippe. Gesagt, getan und prompt waren wir die Letzten beim Frühstück  -  um 08:00 Uhr!!!! Gemütlich haben wir den Tag begonnen, ausgiebig am Frühstückstisch gesessen und mindestens noch mal drei Kaffee nach dem ersten getrunken. Danach sind wir langsam auf unser Zimmer und haben uns fotografisch für den Ausflug an die Klippe gerüstet. Es war ein schöner ca. 1 ½ stündiger Ausflug zu Fuß, allerdings spürten wir die Hitze schon ganz extrem um 10:00 Uhr in der Früh. Die Sonne brennt gnadenlos vom Himmel ... keine Wolke am Himmel - trotzdem laufen wir ohne uns irritieren zu lassen Richtung Vingerklippe. Unterwegs werden wieder Steine gesammelt, die Lieblingsbeschäftigung von Liane und wir deuten Tierspuren im Sand sowie Tierködel auf dem Weg! Vorsichthalber werden die auch noch fotografiert, damit wir nachher im Buch lesen können von wem die sind ... !

Wieder im Bungalow angekommen, war es nun total interessant am Wasserloch! Erst kamen zwei Elands, dazu kam eine Impala-Antilope. Nachdem die Elands weg waren, traute sich der Impala an die Wasserstelle! Plötzlich tauchten ein paar Paviane auf und es wurden mehr und mehr! Zum Schluss war die Familie mit „big Papa“ mit ca. 20 Stück komplett. Erst wurde getobt, geärgert und getrunken. Dann saß jede Affenmutter mit ihrem Kind unter einem Baum im Schatten und alle machten Siesta! Wir sind dann zum Kaffeetrinken und Kuchenessen. Ab 14:00 Uhr gibt es hier – wie in jeder Lodge in Namibia – kostenlos Kaffee und Kuchen.  Ansonsten war diese Lodge bis auf die Lage der Häuser und die sehr gepflegte Außenanlage vom Service unter dem Preisniveau. Wenn man zu spät beim Frühstück ist gibt’s keinen Kaffee mehr, Obst ist alle und wird nicht aufgefüllt, auch sonst kümmern sich die Angestellten wenig um die Gäste. Das haben wir in den vorherigen Lodges und Hotels deutlich anders erlebt  -  keine Empfehlung von uns, die Vingerklip Lodge bekommt nur 2 Sterne!
Nach Kaffee und Kuchen haben wir ein wenig am Pool gechillt ... Tommy ist sogar zweimal rein (war ganz schön kalt!). Nach dem Abendessen haben wir uns noch auf unsere Terrasse gesetzt und die Temperatur und den angenehmen Wind genossen ... und gebloggt! Plötzlich diese Geräusche ... sind es die Warzenscheine ... Gequieke und Gerangel. Liane holt das nachttaugliche Fernglas ... das Wasserloch ist leider heute nicht beleuchtet! Sind es Kudus oder Oryx? ... auf jeden Fall haben wir die Störenfriede der Nacht entdeckt! ... Tommy schaut durch und entdeckt eine ganze Herde Zebras und auch ein Pferd dazwischen! Jetzt aber schnell ins Bett ... morgen geht es weiter ... die nächste Strecke wird nicht so lang.

13. Tag: 16. September 2013

Mittwoch, 18.09.2013

... sicher ... wieder früh geweckt, aber nicht ganz so eilig aus dem Bett und danach erst mal in ruhe Frühstück. Leider waren wir heute mit der Touri-Masse im Frühstücksraum und (wie schrecklich!) der Kaffee war schon alle ... neuer lief allerdings schon durch, trotzdem war das kein optimaler Start in den Tag. Das setzte sich fort als wir versuchten nur noch ein wenig Geld abzuholen, weil wir uns ja jetzt in den Busch verpieseln wollten. Vier Bankomaten versucht, alle spuckten nichts aus „invalid transaction“. Bis wir dann gemerkt haben, dass wir ja gestern um 16:00 Uhr schon mal Geld abgehoben hatten und noch keine 24 Stunden vergangen waren!!!

Nun aber schnelle auf die Piste, wir haben ja laut Reiseführer ca. 5,5 Stunden Fahrt vor uns. Aber heute war die Route sehr viel angenehmer als zwei Tage zuvor ... auch wieder meist Schotterpiste, diesmal jedoch überwiegend in recht gutem Zustand. Also wieder schnurstracks geradeaus!

Von der Wüste nun wieder in die bergige Gegend. Als wir wieder an Höhe gewonnen haben, ca. 700 Meter über dem Meeresspiegel (Tommy hat natürlich sein portables Navi mit!), wird es grüner und wärmer. Man merkt, dass wir in die wärmere Gegend kommen. Plötzlich tauchen an den Straßen junge Farbige auf, die Steine verkaufen wollen und uns wild gestikulierend zum Halten bitten wollen ... tun wir natürlich nicht. Ein Stückchen weiter haben Himba und Herero ihre Verkaufsstände aufgebaut. Die Himba kaum bekleidet und die Herero in ihrer typischen Tracht ... sehr bunt und als Kopfschmuck breit getragene Kopftücher, die die Hörner eines Stieres symbolisieren sollen. Auch hier halten wir nicht, auch wenn sie tänzelnd am Straßenrand auf sich aufmerksam machen und Tommy bei dem Anblick der Himba (oben ohne) vom Auto fahren abgelenkt ist (falsch, bin gar nicht gefahren)! Wieder begegnen wir auf unserer Strecke kaum anderen Autos ... aber schon mehr als im Süden Namibias. Vorbei an Wellblechhütten der Einheimischen, vor denen teilweise sogar Autos parken. ... wie man so leben kann, mitten in der Pampa, fernab von jedem normalen Leben. Mal ein Eselkarren mit zwei bis drei Einheimischen darauf, mal welche zu Fuß und einmal sogar auf dem Fahrrad, was man hier so gut wie gar nicht sieht!

... endlich der Abzweiger zur Vingerklip Lodge ... noch 20 km Staubpiste! Rechts und links der Piste sind immer wieder weiße, ca. ein bis drei Meter hohe,  meist spitze Termitenhügel. Plötzlich sehen wir die Vingerklippe ... sie ragt hoch hinaus in den strahlend blauen und wolkenlosen Himmel ... nun auch der Wegweiser zur Lodge ... das Tor passiert und noch ca. einen Kilometer Weg ... wir haben unser Ziel erreicht. Eine wunderschöne Lodge, die vor 18 Jahren in den Hang unterhalb der Ugab-Terrassen gebaut wurde. Alle Bungalows haben Terrassen mit Blick auf die weite, leider sehr trockene Savanne und auf das Lodge-eigene Wasserloch. Toll! Unser Abend essen nehmen wir im Restaurant Eagles Nest, das ca. 100 m oberhalb der Lodge auf den Ugabterrassen liegt  -  echt geile Lage. Man muss hier zu Fuss hochlaufen. Das erste Stück führt über einen beleuchteten Weg und dann hat man an den Fels einen Treppenanlage rangebaut ... ca. 80 bis 100 Stufen nach oben. Auf dem Plateau kann man auch die Honeymoon-Suite mieten, die hier völlig alleine liegt! Das Gepäck wird dann mit dem Lastenaufzug transportiert. Wir sind etwas früher hinauf um den Sundowner noch vor dem Abendessen zu erleben ... wunderschön! Es wurde ein Braii veranstaltet, das ist der typische Grillabend in Namibia. Direkt am Ende des Plateaus, auf einer Art Aussichtsterrasse, wurde nach dem Essen ein kleines Feuer angezündet. In Namibia ist das üblich, auch in den Lodges wird immer wieder im Restaurant der offene Kamin angezündet ... ein Holzfeuer soll Glück bringen! So haben wir den wunderschönen Abend ausklingen lassen. 

12. Tag: 15. September 2013

Montag, 16.09.2013

06:15 ! ! ! !
Heute Früh war es leider etwas „Seenebelig“ und ganz schön ungemütlich kalt als wir uns auf den Weg zu unserem Bootveranstalter LEVO Tours gemacht haben. Angeblich soll es ja in Swakopmund zu 2/3 des Jahres nebelig, windig und kalt sein. Den Tag, wie wir ihn gestern erlebt haben, hat Seltenheitswert. Also haben wir uns alles Warme eingepackt, was im Koffer vorrätig war ... sogar die Handschuhe hat Liane ausgepackt und auch benutzt ... insgesamt hatte Liane fünf Lagen an!! In Walvis Bay angekommen, haben wir den Sammelplatz nicht sofort finden können, wir befanden uns mitten im tiefsten Hafengebiet zwischen Werften und Fischbetrieben. Im Dunkeln wären wir hier wohl nicht mit guten Gefühlen hereingefahren. Dann aber ein kleines Schild am Zaun - ein vermummterFarbiger zeigt uns den Weg hinter die nächsten beiden Schuppen. Als wir dann ausgestiegen waren und die kleine Hütte aufgesucht haben, musste Tommy erst mal mehr warme Sachen anziehen, weil es irgendwie immer kälter wurde. Noch mal kurz aufs Klo und dann ging’s auch schon los.

Mit zwei gleichen Booten fuhren wir hinaus, eines mit englischsprechenden Touristen und unser mit Deutschen. Unsere Kapitänin ist Namibierin, hat einen deutschen Vater und in Namibia die deutsche Grundschule besucht ... dadurch perfekt Englisch sprechend.

 

Sofort nachdem die beiden 100 PS Yamaha Außenborder gestartet waren hatten wir die namibische Luftwaffe (vier Pelikane) als Eskorte. Die haben uns bis weit aus dem Hafen heraus verfolgt und unsere Kapitänin hat mit Fischfütterung in der Luft nachgeholfen. Dann Gas raus, schnell die Mittelbank im Boot freigeräumt und schwuppdiwupp saß Bubbles, die Robbe, in unserem Boot. Auch Bubbles wurde reichlich mit Fisch verwöhnt und ließ sich auch streicheln! Eine Touristin hat sich bereit erklärt, Bubbles mal auf den Schoß zu nehmen! Danach lief Bubbles auf der Sitzbank in der Mitte des Bootes wie auf einem Catwalk hin und her. Dann ging es los auf Delfinsuche! .... gefunden .... zwei Tümmler

 

unweit vom Strand entfernt. Unsere beide Boote haben die beiden Tümmler mitgezogen, d. h. sie sind parallel gefahren und die Tümmler sind dazwischen geschwommen. Den Tieren soll es Spaß bringen, weil das wie eine Massage sein soll. Dann stoppten unsere Boote ... Motor aus ... und plötzlich flippten die Tümmler aus und sprangen ihre Bögen durch die Luft ... scheint auch anregend zu wirken! Die Kameras klickten! Nun ging es weiter ... auch vier Delfine haben wir gefunden. Denen brachte es Spaß uns zu umkreisen, durch Wasser zu springen. Ein Delfin hatte Frühlingsgefühle! Er legte sich unter unserem Boot auf den Rücken und presste sich an die Schiffswand! Um uns herum immer wieder tollende Robben. Weiter ging es nach Pelikan-Point. Hier haben sich Massen von weiblichen Robbe mit ihren Jungen eingenistet und es war ein Geschreie, als wenn wir von Schafen umgeben waren. Es kommen auch nur die männlichen Robben an Bord der Schiffe, weil die weiblichen ja alle auf Pelikan-Point sind.

 

Auch an einem alten, nicht aktiven Schiffskutter fuhren wir vorbei, den die Kormorane für sich besetzt haben ... hunderte! In Namibia ist es sehr schwer, eine Lizenz zum Fischen zu erhalten. Also werden ausgemusterte Schiffskutter einfach auf dem Meer liegengelassen, die Lizenz bleibt aber erhalten und es erfolgt eine wöchentliche Kontrolle, ob der Rumpf des alten Schiffes heil ist. Auf diesem Wege kann der Fischereibetrieb mit mehreren Lizenzen fischen. Zum Schluss gab es noch Sekt und Austern an Bord! Eigentlich mögen  wir keine Austern, aber die aus Swakopmund sollen die besten der Welt sein! ... also haben wir probiert ... lecker. In Namibia isst man diese mit ein paar Tropfen Zitronensaft, 2 Tropfen Tabasco und frischen Pfeffer.

Den Nachmittag haben wir dann bei einem Kaffee in Swakopmund ausklingen lassen und anschließend noch ein wenig im Zimmer herumgepuzzelt. Am Abend sind wir zu einem Italiener gefahren, der sein Restaurant in einem noch aktiven Leuchtturm hat, und haben eine Pizza gegessen ... denn morgen gibt es wieder Fleisch! Der Parkwächter hat wieder seine 5 Cent bekommen und wir sind ins Hotel gefahren. Hier hat der Dienst des Parkwächters von unserem Hotel bereits begonnen! Jeden Abend ist er da, ein netter junger Mann, die ganze Nacht, bei Wind und eisiger Kälte und draußen, ohne Unterstand! ... ganz schön harter Job, aber besser als arbeitslos zu sein! Hieran mussten wir uns in Swakopmund erst gewöhnen! Vor jedem Restaurant, jedem Bankautomaten (um den Checkkartenbetrug bzw. die Manipulation an Geldautomaten zu unterbinden!) und einigen Hotels bzw. Gästehäusern sitzt die ganze Nacht ein Aufpasser! Bei Dunkelheit ist es ratsamer nicht zu Fuß zu gehen ... was wir natürlich auch beherzigen.

Morgen geht es weiter zur „Fingerklippe“ ... dort soll es wärmer sein! 380 km liegen vor uns ... wir rechnen mit 6 Stunden Fahrtzeit

11. Tag: 14. September 2013

Samstag, 14.09.2013

... oje, wieder so früh aufstehen, das ist doch kein Urlaub! Diesmal um 06:15 Uhr bimmelt  das alte iPhone uns wach. Ich hätte es in die Ecke pfeffern können, war es doch gerade so kuschlig und gemütlich in unserem King-Size Bett des Luxuszimmers „sapphire superior“ mit freistehender Badewanne im Wohnbad. Ein dekadenter Luxus inmitten der doch deutlich zu spürenden Armut in diesem Land. Wenn man bedenkt, dass das Durchschnittseinkommen des Namibiers nur ca. 150,-€ pro Monat beträgt! Man kann sich kaum vorstellen, wie diese Leute bei den Preisen, die wir im Supermarkt erlebt haben, überhaupt davon leben können (im Vergleich zu Deutschland günstig). Irgendwie kommt man sich dann doch etwas komisch vor, wie wir hier in vollen Zügen unseren Urlaub verbringen können.

Also ... wir stehen pünktlich um 08:00 Uhr vor unserem Hotel. Kurz darauf kommen noch weitere drei Fahrzeuge dazu und die Tour beginnt. Tommy, ein witziger Typ in unserem Alter, erklärt uns Grundlagen der Wüste und verspricht uns, die „little five“ zu finden. Immer wieder hält er an und läuft los, weil er eine Spur im Sand entdeckt hat. Dann sind alle aus dem Auto raus und als erstes haben wir ein Baby-Chamäleon (ca. 8 cm lang) zu sehen bekommen, danach ein ausgewachsenes schwangeres Chamäleon. Dieses hat Tommy mit Würmern und einem Wüstenkäfer gefüttert ... total interessant ... wie blitzschnell und lang die Zunge des Chamäleons doch ist! Weiter ging es mit dem Namib-Dune-Gecko, der total durchsichtig ist und eine extrem dünne Haut hat ... dann konnten wir uns einen Lizard aus der Nähe ansehen und Tommy hat ihn, einer Touristin ans Ohrläppchen angehalten und dieser hat sich sofort festgebissen (schmerzte nicht!). Nun hatte sie neuen Ohrschmuck! ... weiter ging es auf die Suche nach einer Sidewinder Snake. Leider hat er keine gefunden ... dafür aber eine Blindschleiche ... die wir dann alle einmal auf die Hand genommen haben ... war nicht mein Ding! Es war traumhaft, im Land Rover durch die Wüste ... mit Anlauf die Dünen steil hinauf und wieder herunter und auch mal oben auf dem Grad stehen geblieben und die Aussicht genossen. Dann kam die „Pipipause“. Mitten in der Wüste steht eine  Chemietoilette vor der „Schlange stehen“ angesagt war. ... und wieder mit Schmackes die Dünen rauf und runter und ab nach Swakopmund zurück Um 13:30 Uhr waren wir wieder am Hotel. Eine sehr interessante Tour, bei der man nie das Gefühl hatte als Tourist abgezockt zu werden, mit einem Guide (Tommy) der nur weiter zu empfehlen ist.

Den Nachmittag haben wir uns noch ein wenig die Stadt angesehen und den Nachmittag bei Kaffee und Kuchen ausklingen lassen. Für 18:00 Uhr hat mein Tommy im „The Tug“, einem Fischrestaurant, einen Tisch bestellt. Auf dem Parkplatz ist es hier üblich, dass arbeitslose junge Männer auf das Auto aufpassen. Wenn man das Lokal verlässt, drückt man ihm 5 N$ (ca. 0,40 €) in die Hand. Das Essen war wieder mal phantastisch gut, wir hatten beide „Kingklip“ (sehr edler Speisefisch aus dem Südostatlantik) gegrillt. Beim Sundowner haben wir am Fenster des Restaurants mit Meerblick unser Essen genossen.

Morgen früh geht es zur Bootsfahrt nach Walvis Bay.

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